Geschichte des Wintergartens

Der Wintergarten so wie man ihn heute kennt hat seinen Ursprung in England. Dort entwickelten sich im 18 Jahrhundert zahlreiche luxuriöse Anbauten an Häuser, welche nur für die Wohlhabenden erschwinglich waren. Vorläufer des Wintergartens gehen auf die Antike zurück, in der ebenfalls Bauten für die Kultivierung von Pflanzen errichtet wurden, welche die passive Sonnenenergie nutzten. Die Kolonialzeit brachte Formen hervor, die dem Anbau eingeführter exotischer Pflanzen und Früchte aus den Überseegebieten der Kolonialmächte dienten.

Nachhaltige stilistische Ausprägungen erfuhr der Wintergarten im viktorianischen Zeitalter, als Orangerien sich allerorten einer stark wachsenden Popularität erfreuten. Die Glas-Stahl-Konstruktionen waren reichhaltig im Stil der Zeit verziert und wurden Teil einer Epoche bildenden Architekturform, die sich auf dem gesamten europäischen Kontinent ausbreitete. Verglaste Gewächs- und Palmenhäusern wurden zum Charakteristikum Botanischer Gärten und zeugen von jener Zeit, die der Architektur nachhaltige Impulse verlieh.

Seit dieser Zeit wurden die Wintergärten erstmals als Räumlichkeiten benutzt, in der sich Menschen aufhielten und miteinander kommunizierten. Es waren somit keine reinen Ausstellungsräume für Grünpflanzen mehr, sondern ausgestattet mit Tischen, Stühlen und Bänken vermittelten sie den Menschen ein völlig neues Wohn- und Lebensgefühl.

Bis in die 1930er Jahre hinein waren Wintergärten im klassischen Baustil auch in Deutschland überaus populär. Die Wintergärten unserer Tage sind hingegen weniger ein Ausdruck nostalgischer Rückbesinnung, sondern die Hinwendung zu neuen Architekturformen. Infolge der Ölkrise in den 1970er Jahren und dem gewachsenen ökologischen Bewusstsein wurde das Sonnenlicht als Energiequelle und damit das Baumaterial Glas auch in der Architektur neu entdeckt.

Im Verlauf der Entwicklung bildete sich der Wohn-Wintergarten heraus, der als Erweiterung der Wohnräumlichkeiten fungiert.